Der Sauerstoffselbstretter
 

Beim Vorrücken in toxischer oder sauerstoffarmer Atmosphäre (Brandgase,insbesondere Kohlenmonoxid) muss einerseits der Eigenschutz und andererseits der Fremdschtz gewährleistet werden.

Was, wenn im Trupp ein Atemschutzgerät ausfällt? Was, wenn Personen vorgefunden werden und diese zu bergen sind?

Für diesen Fall werden im Trupp mindestens 2 Sauerstoff-Selbstretter mitgeführt. Diese haben eine Gebrauchszeit von 45 Minuten- 3Stunden (abhängig von der Atemfrequenz des Trägers), und basieren vom Prinzip her auf jenem des Sauerstoff-Schutzgerätes (Kreislaufgerät).

Der Sauerstoff steht in chemisch gebundener Form zur Verfügung und wird durch ausatmen von Kohlendioxid und anschließender Reaktion mit Kaliumhyperoxid erzeugt. Eine Nasenklammer verhindert die Atmung durch die Nase, eine Gasschutzbrille garantiert den Schutz der Augen.

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Das Prüfgerät
 

Die Kreislaufgeräte werden in regelmäßigen Abständen durch unsere Gerätewarte überprüft. Neben dem optischen gehört auch der technisch-mechanische Check zum Prüfumfang.

Mittels Prüfgerät wird die Dichtigkeit des Systems im Über- und Unterdruckbereich kontrolliert.

Elektronsich prüft sich das Gerät selbst und gibt etwaige Fehler über akkustische Signale und Fehlercodes am Bodyguard aus.

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Das Kreislaufgerät/SSG
 
Langer Atem für lange Einsätze….

Bei Grubenwehren wird im Unterschied zu Feuerwehren (ausgenommen Feuerwehren mit Tunnelzuständigkeit oder Portalfeuerwehren) mit Kreislauf-Atemschutzgeräten (auch Sauerstoff-Schutzgeräte genannt) gearbeitet.

Der Hauptgrund liegt in der Gebrauchszeit, die bei einem Feuerwehr Twinpack mit 2x 6,8l Flasche a´300bar bei ungefähr 1,5 Std. liegt – körperliche Kondition vorrausgesetzt.
Bei einem untertägigen Einsatz mit langen Anmarschwegen ist das zu wenig.å

Die Grubenwehr Silberberg Tirol verfügt über 12 Geräte des Typs MSA Airelite 4h.

Das MSA Airelite ist ein Chemikalsauerstoffgerät mit einer theorethischen Gebrauchszeit von 4 Stunden. Praktisch ist das Gerät bei schwerer Arbeit nach 2,5-3 Stunden erschöpft. Der Träger ganz nebenbei mit Sicherheit auch. Der Bodygard (elektronsiches Überwachungssystem) informiert den Träger jederzeit über den aktuellen O²-Vorrat.

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Wie funktioniert das Gerät?

Wird das Anschlußstück (wird an die Maske gesteckt) vom Gerätegurt abgezogen, werden die in den KO²-Kanistern befindliche Sauerstoffbooster aktiviert.Der Atembeutel wird mit Sauerstoff befüllt, somit wird dem Träger ein Puffer zur Verfügung gestellt. Die Ausatemluft des Trägers strömt durch die mit Kaliumhyperoxid (KO²) befüllten Kanister, und wird chemisch aufbereitet. Das KO² bindet das Kohlendioxid und gibt Sauerstoff frei. Je mehr CO² ausgeatmet wird, desto mehr Sauerstoff wird gebildet.Die dabei erzeugte Wärme wird durch Wärmetauscher teils abgeführt.

Der chemische Prozess im Detail:

4 KO² + 4 CO² + 2 H²O -> 4 KHCO³ + 3 O²

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